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Collaborations

Collaborations versammelt rund 80 kollegiale künstlerische Begegnungen und macht sichtbar, wie Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Einflussnahme selbst zum Material fotografischer Bilder werden können. Entstanden zwischen den frühen 1980er- und späten 1990er-Jahren, versteht das Projekt Begegnung nicht als Motiv, sondern als bildbildenden Prozess.
Ausgangspunkt war eine experimentelle Erweiterung der Fotografie. In Zusammenarbeit mit Chemikern entstand ein Verfahren, bei dem entwickelte Fotografien zunächst unsichtbar gemacht und unter Tageslicht wieder sichtbar werden konnten. Dadurch verlagerte sich die Bildentstehung aus der Dunkelkammer in den öffentlichen Raum und wurde selbst zum Ereignis.
Die Gesten, Materialien und Interventionen von rund 80 Künstlerkolleginnen und -kollegen flossen unmittelbar in den fotografischen Prozess ein. Fotografie wurde zu einem Ort der Begegnung, der Handlung und der Transformation. Das Bild erschien weniger als abgeschlossenes Objekt denn als Ergebnis eines gemeinsamen Geschehens.
Die Arbeiten entstanden im Umfeld der internationalen Konzept-, Performance- und Medienkunst und spiegeln die Offenheit und Experimentierfreude der Kunstszenen in Europa und den USA jener Zeit wider.
Aus heutiger Perspektive wirken viele der damals entwickelten Ansätze überraschend aktuell. Fragen nach kollektiver Autorschaft, Partizipation, Prozesshaftigkeit und der sozialen Produktion von Bildern stehen heute erneut im Zentrum des Kunstdiskurses – ebenso wie die Rolle von Netzwerken, Kooperationen und künstlicher Intelligenz bei der Entstehung von Bildern. Collaborations greift diese Fragestellungen vorweg und versteht das fotografische Bild als offenen Raum, in dem Bedeutung durch Austausch, Handlung und Beziehung entsteht.
Die Arbeiten sind damit nicht nur Zeugnisse einer bestimmten Epoche, sondern frühe Beispiele eines erweiterten Bildbegriffs, der bis heute zentrale Debatten der Gegenwartskunst berührt.

Collaborations brings together some 80 collegial artistic encounters and reveals how exchange, collaboration, and mutual influence can themselves become the material of photographic images. Created between the early 1980s and the late 1990s, the project views encounter not as a subject but as an image-forming process.
The starting point was an experimental expansion of photography. In collaboration with chemists, a process was developed in which developed photographs were first rendered invisible and could then be made visible again under daylight. As a result, the creation of the image shifted from the darkroom to public space and became an event in itself.
The gestures, materials, and interventions of some 80 fellow artists flowed directly into the photographic process. Photography became a site of encounter, action, and transformation. The image appeared less as a finished object than as the result of a shared event.
These works emerged within the context of international conceptual, performance, and media art, reflecting the openness and spirit of experimentation that characterized the art scenes in Europe and the United States at that time.
From today’s perspective, many of the approaches developed back then seem surprisingly relevant. Questions of collective authorship, participation, processuality, and the social production of images are once again at the center of art discourse today—as is the role of networks, collaborations, and artificial intelligence in the creation of images. Collaborations anticipates these questions and understands the photographic image as an open space in which meaning emerges through exchange, action, and relationship.
The works are thus not only testimonies to a specific era, but early examples of an expanded concept of the image that continues to touch on central debates in contemporary art to this day.

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Leaving Shadows

Bei den thermografischen Arbeiten werden nicht die Lichtwellen von der Kamera aufgezeichnet, sondern Wärmedifferenzen, die von Sensoren aufgefangen und digital übertragen werden. Die Räumlichkeiten entziehen sich durch die unscharfen Wärmewellen. Viele der aufgezeichneten Objekte waren zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht mehr anwesend. Das was sie zeigen sind Anwesenheit von etwas Abwesenden. Diese hinterbliebenen Wärmespuren werden in Zeitdifferenzen bis zu 3-15 Minuten nach verlassen des Schauplatzes aufgenommen. Das Resultat von Zeit als Lichtwärme erlaubt so mit einem anderen und größeren Zeitfenster zu arbeiten. Dabei bedeutet die thermografische Bildgewinnung referentielle Sichtbarmachung von etwas Unsichtbarem.
Mit meinen Arbeiten versuche ich in der Imagination bei dem Betrachter Zonen unbewusster Erinnerung zu berühren. Die Bilder entstehen beim Betrachter. Sie kennen die Bilder aus Erinnerungen und machen sie sich selbst scharf.
Wir sehen was wir fühlen.

With the thermographic works the camera doesn’t record lightwaves, but instead differences in heat. Sensors capture these heat differences and transform them, digitally, into images. The structure of a room dissolves because of the diffused nature of heat waves. Many of the objects depicted were not actually present at the moment of capture; the images convey the presence of absence. The left over traces of heat are captured 3-15 minutes after the removal of the object. The result of time and heat waves allows to work within a larger time frame? This way of taking thermographic images results in the visualization of the invisible.
With my work I am trying to touch zones of unknown memories in the imagination of the viewer. In this respect, the pictures are created by the viewer. They know the pictures from memory and sharpen them themselves.
We see what we feel.

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Rothk.0

Leaving Shadows ist eine Fotografie physischer Abwesenheit.
Bei den mit Infrarottechnik oder thermografischen Kameras aufgenommenen Arbeiten, als eine Art Differenzschreiber, werden die vom Sensor gespeicherten Wärmedaten in Lichtwerte transformiert. Diese Aufnahmetechnik erlaubt in einem größeren Zeitfenster zu arbeiten. Viele der aufgezeichneten Objekte waren zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht mehr anwesend. Die zurück gebliebenen Wärmespuren werden in Zeitdifferenzen bis zu 3-15 Minuten nach Verlassen des Schauplatzes aufgenommen. Das Resultat von Zeit als Lichtwärme dient der referentiellen Sichtbarmachung von etwas Unsichtbarem.

Leaving Shadows is a photography of physical absence.
In the work, captured with infrared or thermographic cameras as a kind of differentiator, the heat data stored by the sensor is transformed into varying values of light. This recording technique offers a longer time frame within which to work, meaning that many of the recorded objects were no longer present at the time of capture. The remaining heat traces are recorded over time spans of up to 3-15 minutes after leaving the scene. The final images depict time as light-heat, resulting in the referential visualization of something invisible.

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